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INSPIRATION

GUTES DESIGN IST ENTSCHLOSSEN

FERDINAND ALEXANDER PORSCHE machte nicht viel Aufhebens um seine Person. Er blieb ein stiller Designer von Weltrang. Hier trugen wir alle denkbaren Quellen über ihn zusammen: seine Aussagen in Interviews, journalistische Porträts – und vor allem Erinnerungen seiner engsten Angehörigen. So entstand das Bild einer ebenso vielschichtigen wie kreativen Persönlichkeit.
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HANS-PETER PORSCHE ÜBER SEINEN BRUDER F. A.

»Zu Ostern gab uns unsere Mutter einmal einen Korb voll Eier, die wir bemalen sollten. Daraufhin baute F. A. mit dem Metallbaukasten eine Maschine mit einem drehbaren Halter, in den wir die Eier einklemmen konnten. Ich durfte an einem Rädchen drehen, damit drehte sich auch das Ei, und F. A. malte dann mit dem Pinsel die verschiedenen Farben auf. In solchen Dingen war er sehr kreativ. Wir hatten viel Spaß, und unsere Mutter war natürlich glücklich über die schönen Ostereier.«
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F. A. PORSCHE IM INTERVIEW MIT »MOTOR KLASSIK«, 12/1993

»Als Junge wollte ich Architekt werden.Ich habe gerne gezeichnet und entworfen. Die Kriegs- und Nachkriegsjahre in Zell, ab 1949 wieder in Stuttgart, das waren Jahre, in denen es kein Spielzeug zu kaufen gab. Wir Buben haben uns unsere Spiele und Spielsachen selbst ausgedacht, konstruiert und gebaut. Mir hat das viel Spaߨ gemacht, ich habe käuflfliches Spielzeug nie vermisst. «
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HANS-PETER PORSCHE ÜBER SEINEN BRUDER F. A.

»Als wir klein waren, war F. A. der Ordentlichste von allen. Er hat seine Spielsachen nie kaputt gemacht, und seine kleinen Autos waren stets picobello sauber. Bei uns Jüngeren war dagegen vieles immer kaputt. Angezogen hat er sich sehr individuell, und er hat in seinem Zimmer immer Ordnung gehalten.«


F. A. PORSCHE IM INTERVIEW MIT »MOTOR KLASSIK«, 12/1993

»Besondere, intensive Stunden verbrachte ich mit dem Opa und meinem Vater sonntags in der Firma. Das war im Alter von vier bis sechs Jahren. Die beiden diskutierten über technische Probleme. Es war mucksmäuschenstill, kein Mensch weit und breit, eine ganz besondere Atmosphäre. Ich nahm alles, was ich sah und hörte, wie ein Schwamm in mich auf und war glücklich und stolz, dazuzugehören.«
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F. A. PORSCHE IM INTERVIEW MIT DER »GALA«

»UNSER BÜRO IST SO KLEIN, DASS WIR NICHT UNTER GROSSEM DRUCK STEHEN. IN EINEM KLEINEN TEAM MACHT DIE ARBEIT EINFACH SPASS.«

 
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HANS-PETER PORSCHE
 
»Für sehr wichtig halte ich die Sonnenbrille mit den Wechselgläsern, die wir zusammen mit dem Hersteller Carrera auf den Markt brachten. Dort hatte man ursprünglich damit gerechnet, 40.000 Exemplare dieser Brille zu verkaufen. Und wie Sie heute feststellen können, sind wir jetzt bei mehreren Millionen verkauften Exemplaren. So kann man sich täuschen.«


FERDINAND OLIVER PORSCHE ÜBER SEINEN VATER F. A.

»Für seine Entwürfe benutzte er am liebsten den Bleistift. Auch als es schon Computer gab, sagte er einmal: ›Auf einem Computer passiert mehr im Kopf. Da muss ich das Konzept haben, und ich setze es dann um. Das Konzept ist aber schon fertig. Wenn ich mit einem Bleistift zeichne, dann entsteht der Entwurf noch. Während die Hand den Stift führt, beobachtet das Auge die Hand, die Hand spürt das, und dann kann ich eine Linie noch modifizieren.‹ Das empfand er als den kreativeren Prozess, denn dadurch ließen sich noch Feinheiten herausholen.«
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WOLFGANG FÜRWEGER: »DIE PS-DYNASTIE – FERDINAND
PORSCHE UND SEINE NACHKOMMEN«

»F. A.s Werk ist stark beeinflusst von der Lehre Rudolfs Steiners. Dieser sagte unter anderem, jedes Ding solle anhand seiner Form erkennbar sein. Demzufolge betont F. A. immer wieder, Design sei kein Selbstzweck, sondern müsse sich aus funktionalen Gesichtspunkten erklären lassen. An technischen Geräten kritisierte er die Überfrachtung mit sinnlosen Ausstattungen: Man könne die einfachsten Funktionen nicht mehr erkennen, ohne eine Betriebsanleitung gelesen zu haben.«


FERDINAND OLIVER PORSCHE ÜBER SEINEN VATER F. A.

»Ich glaube, dass unser Vater schon durch seine Jugend stark geprägt wurde, durch die Kriegs- und Nachkriegszeit, in der er eine starke Neigung entwickelte, die Dinge funktional zu betrachten. Das war einfach ganz anders als später. Da kamen dann die Formen, der Luxus, die Lebenslust, die Sixties, die Seventies mit ihrem typischen Style. Er ist eben in einer Zeit aufgewachsen, in der schon allein kriegsbedingt eine hohe Funktionalität im Vordergrund stand. Daher auch dieser Hang zum Basteln. Es gab in dieser Zeit eben gar nichts, und es gab auch noch weniger als in den 1930er Jahren. Dann fing man eben an, sich die Dinge selbst zu bauen.«
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FERDINAND OLIVER PORSCHE ÜBER SEINEN VATER F. A.

»Er hatte eine unglaubliche Beobachtungsgabe. Das kam auch von seiner Liebe zur Natur und zu praktisch allen Gegenständen. Immer wenn er ein Objekt in die Hand nahm – und es war eigentlich egal, ob es ein Fenstergriff, ein Werkzeug oder irgendwas anderes war – versuchte er, es grundlegend zu durchdringen. Überlegte, wie man es besser machen könnte.«

»Als Porsche Design später mehr zu einem Unternehmen wurde, auch durch das Involvement von Hans-Peter Porsche, da kam F. A. beispielsweise einmal an und meinte, er habe sich überlegt, wie man den Kronkorken verbessern kann. Dabei war natürlich klar, dass das kein Produkt für Porsche Design war, denn niemand braucht titanfarbene Kronkorken. Dann war er enttäuscht und meinte: ›Schade, denn da hätte ich eine gute Idee.‹«
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INTERVIEW MIT F. A. PORSCHE IN »AUTO MOTOR SPORT«, 15/1991

»WOHER NIMMT EIN DESIGNER SEINE EINFÄLLE? KOMMEN DIE BEIM DUSCHEN?« – »ICH BADE LIEBER.«

HANS-PETER PORSCHE ÜBER SEINEN BRUDER F. A.

»Für ihn war das Design nur dann gut, wenn man das Produkt dahinter sofort erkennen konnte. Für den 911 beispielsweise hat er ein Vierspeichen-Lenkrad entworfen, bei dem das Besondere eine neuartige Huptaste war. Wenn man fuhr, musste man nicht die Hand vom Lenkrad nehmen, um zu hupen, sondern man konnte beim Fahren mit den Daumen links und rechts direkt auf die Taste drücken. Das sparte Zeit und erhöhte zugleich die Sicherheit. Dieses Lenkrad ist für mich bis heute eines der schönsten Lenkräder überhaupt.«
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F. A. PORSCHE IM INTERVIEW MIT DEM »PORSCHE CLUB MAGAZIN«, 1/1990

»WAS GIBT IHNEN DIE JÄGEREI?«

 »Ich beschäftige mich gerne mit der Natur und wenn man entspannt ist, fällt einem so manches ganz locker ein. Man kommt auf Ideen.«
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DER JOURNALIST THOMAS FRANK IN EINEM PORTRÄT ÜBER F. A. PORSCHE IN DER »WELTWOCHE« VOM 01.08.1985

»F. A. Porsche lebt in einer sehr eigenen Welt. Eigentlich sind es sogar zwei, die zueinander in Widerspruch stehen: Der begeisterte Jäger, der Andreas Hofer schätzt, der die Ritterzeit ›wegen der Fairness sehr mag‹ und in einem Schloss lebt, designt hochmoderne Industrieprodukte aus Raumfahrtmaterialien wie Titanium und Kohlefaser. Ähnlich zweigeteilt geht es bei Porsche und den Autos zu. Der Mann, der den Rennsportwagen 904 und den Straßenklassiker 911 in der elterlichen Fabrik entworfen hat, fährt heute vorzugsweise Geländewagen.«


KAI ALEXANDER PORSCHE ÜBER SEINEN VATER F. A.

»Was ich ganz großartig fand, war, dass er uns als Vater nie das Gefühl vermittelte, die Arbeit sei allein wichtig. Er konnte seine Arbeit wie nebenbei erledigen. Er war auch noch Jäger, begeisterter Angler und Segler. Daran erinnere ich mich genau: Wenn ich mit ihm auf der Jagd oder im Designbüro war, hatte ich das Gefühl, weiterhin im Mittelpunkt zu stehen oder wichtig für ihn zu sein.«
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KAI ALEXANDER PORSCHE ÜBER SEINEN VATER F. A.

»Er hat die Familie geliebt. Dagegen fand er Streitigkeiten fürchterlich, hat in solchen Fällen immer versucht zu vermitteln. Wenn er die Hand ausstreckte, dann meinte er das ernst. Das ist jetzt fast schon philosophisch. Aber das war er. Er war ein großartiger Mensch.«


DR. LOUISE KIESLING ÜBER IHREN ONKEL F. A. PORSCHE

»Als Kind hatte ich das Glück, dass ich viel mit ihm und meinen Cousins zusammen sein durfte, obwohl ich ein Mädchen war. Ob das jetzt das Basteln war oder seine Liebe zur Natur: All das begeisterte mich auch. Ich kann mich erinnern, dass er uns bei einem Lagerfeuer in Kärnten genau erklärte, wie man das aufbaut und anzündet, ohne dass es gefährlich ist. Er war immer zugänglich und sehr offen – auch gegenüber uns Kindern. Er nahm uns ernst.«
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PETER DANIELL PORSCHE ÜBER SEINEN ONKEL F. A.

»Für mich war es sehr beeindruckend, wenn er wieder mal in der Natur war und in die Ferne hinausblickte – und das tat er sehr oft. Ich denke, das war eben sein Weitblick, den er hatte. Dann wurden seine Augen ein bisschen kleiner, und er presste oft seine Unterlippe unter die Oberlippe. Dadurch kamen seine Barthaare so nach oben, dass sich sein Mund fast völlig schloss. Dann wusste ich: Jetzt ist ihm wieder etwas Besonderes eingefallen.«
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PETER DANIELL PORSCHE ÜBER SEINEN ONKEL F. A.

»Für mich war es sehr beeindruckend, wenn er wieder mal in der Natur war und in die Ferne hinausblickte – und das tat er sehr oft. Ich denke, das war eben sein Weitblick, den er hatte. Dann wurden seine Augen ein bisschen kleiner, und er presste oft seine Unterlippe unter die Oberlippe. Dadurch kamen seine Barthaare so nach oben, dass sich sein Mund fast völlig schloss. Dann wusste ich: Jetzt ist ihm wieder etwas Besonderes eingefallen.«
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HANS-PETER PORSCHE ÜBER SEINEN BRUDER F. A.

»Was mich an F. A. immer faszinierte: Er hatte vor allem um die Augen herum kleine Fältchen, rechts und links von den Augen, und überhaupt im Gesicht. Das war bei ihm ausgeprägter als bei uns drei anderen Brüdern. Und selbst wenn er gar nicht gelächelt hat, hatte ich immer das Gefühl, dass er ein leichtes Lächeln im Gesich hat.«
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DER JOURNALIST THOMAS FRANK IN EINEM PORTRÄT ÜBER F. A. PORSCHE IN DER »WELTWOCHE« VOM 01.08.1985

»F. A. Porsche hat zwar etliche Segelregatten bestritten, Autorennen aber ist er nie gefahren. F. A. Porsche: ›Ich hab schon ein bisschen Benzin in den Adern, aber ich hab mir gedacht, fahr ich hintennach, heißt’s: Na, nicht ein einmal Auto fahren können’s! Und fahr ich vorn raus, sagen die Leut: Kunststück …‹«
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MARK PHILIPP PORSCHE ÜBER SEINEN VATER F. A.

»Wir hatten ein Kaminzimmer, und er zog sich am Abend immer eine gewisse Zeit dorthin zurück. Ich glaube, das Kaminfeuer beruhigte ihn. Er saß dann in seinem Sessel unter der Stehlampe und studierte Automagazine, Designbücher oder Naturzeitschriften. Oft skizzierte er noch etwas, das ihn gerade beschäftigte. Meistens lag am nächsten Tag ein Block mit irgendwelchen Skizzen da. Er malte auch das eine oder andere Mal. Er hat sich eigentlich immer betätigt. Seine kreativen Ideen mussten immer raus.«
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DER JOURNALIST THOMAS FRANK IN EINEM PORTRÄT ÜBER F. A. PORSCHE IN DER »WELTWOCHE« VOM 01.08.1985

»WIESO ER ARBEITET, WO ER ES DOCH NICHT NÖTIG HAT: »WEIL ICH SONST NICHT LEBEN KANN.««